
Tesla Blog
Wohnwagen mit dem Tesla? Geht das denn?

Ja, wir von Tesla-Check.ch befassen uns nicht nur beruflich mit Tesla’s wir sind natürlich auch Nutzer dieser tollen Automobile.
Während gesellschaftlich tatsächlich immer noch Menschen darüber debattieren ob Elektromobilität denn auch funktioniert, haben wir das schon über die gesamte Breitseite getestet.
Als Pampersbomber gibt es nur wenig Autos in vergleichbarer Grösse die mehr Platz bieten. Komfortfutures wie Vorheizen- und Kühlen sind super wertvoll und der Hundemodus auch :-)



Mit einem Tesla ist man geschäftlich immer irgendwie gut angezogen und im Alltag ist die Praktikabilität und das One- Pedal Driving schlicht perfekt.
Und wenn man zum Performance greift und den einen oder anderen technischen Kniff anwendet funktionert ein Tesla auch auf der Rennstrecke und bringt viel Spass auf Alpenpässen.
Die quasi eierlegende Wollmilchsau die durch den fairen Kaufpreis, die Effizienz und die einfache Technik langlebig und günstig zu betreiben ist.
ABER! Was wenn ich einen Wohnwagen ziehen will?
Das wollten wir auch wissen, weil schon viele Menschen gesagt haben, dass das nicht gehen wird.
Ja, fairerweise haben wir uns gedanklich etwas damit befasst. So haben wir uns mit einem Eriba Touring einen ziemlich leichten, und durch Aufstelldach und die angespitzte Front aerodynamisch effizient designten Wohnwagen entschieden.



Denn mit Einzug der Elektromobilität zählen plötzlich wieder dieselben Attribute die schon vor 65 Jahren, als der Eriba entwickelt wurde, eine wichtige Rolle gespielt haben.
Damals wegen der Leistung, sind heute wegen dem Verbrauch und der Reichweite diese Faktoren relevant.
In Spiez ging es los. Der Eriba wurde an den vollgeladenen Model Y gespannt.
Ab durch den Lötschbergverlad, runter nach Brig, Verlad nach Iselle und dann durch Italien gerade runter nach Genua.
Da wartet die Fähre nach Sardinien auf uns.
Das Navi kalkulierte eine zuverlässige Prognose, die aber zu Beginn zu optimistisch war. Vermutlich nimmt der Tesla einen Durchschnittlichen Anhänger zur Referenz im Anhängermodus. Zudem rechnet er wohl nicht damit, dass wir meist mit 100km/h fahren. Er hat sich aber dann adaptiert und schiesslich besser kalkuliert.
Aber auch mit den zu optimistischen Angaben ist man super safe unterwegs und nicht allzu weit von den Werten entfernt. Und man könnte ja auch 80 oder 100km/h fahren gell :-)
Die Prognose war 1x laden bis Genua. Da wir aber in Sardinen nicht gleich am Morgen wieder laden wollten haben wir 60% SOC als Ankunftswert eingegeben. So wurde zweimal laden.
Das erste Mal hätten wir mit Hänger durchfahren können ohne ihn abhängen zu müssen, wäre nur weniger los gewesen. Beim zweiten Mal waren so viel freie Supercharger, da konnten wir uns quer davor stellen ohne jemanden zu stören.



Die Fahrzeiten waren mit 2-2,5 Stunden und mit 150 – 230km für uns optimale Etappenlängen für Pausen. Insbesondere mit der 2,5 Jahre alten Tochter.
Die Supercharger lagen allesamt optimal damit die Kleine Spass hatte, wir was essen konnten und die Zeit in klimatisierten Räumen genossen haben. Das hat dazu geführt dass das Auto jeweils bei 100% und voll war, unsere Pause aber noch nicht fertig.
«In Sardinen sieht dann die Ladesituation anders aus» warnte man uns vorgängig.
Was soll ich sagen. EnelX hat gefühlt an jeder Laterne und bei jedem Laden ne Ladestation. Die funktionieren zwar nicht alle und oft sind es nur 11 oder 22 kWh, gibt aber auch schnellere. Und ja, manchmal steht ein Auto drauf.
Und das Highlight war, dass wir an einem der schönsten Strände, wo wir zuletzt damit gerechnet haben direkt beim Strandzugang an einer von 5 Ladestationen während unserer Beachtime das Auto laden konnten.



Weiter gibt es zwei Supercharger auf der Insel, die wie gewohnt erstklassig funktionieren.
Ach, und auf einem Campingplatz haben wir das Auto mit 8A auf dem Platz geladen. Hatten ja Zeit :-)
Summary zum Laden auf der Insel: Wenn man Stress hat und die Gegebenheiten nicht könnte es nervend sein. Hat man aber Zeit ist alles total easy.
Auf dem Rückweg dann habe ich entschlossen aus Neugier den Simplon selber zu befahren und nicht den Verlad zu nehmen. Ja, die Passhöhe ist dann doch auf knapp 3000 M.ü.M.
Da stimmt nun die Prognose des Navis bei Weitem nicht und auf der Passhöhe hatten wir statt der kalkulierten Energie von 42 nur rund 25 oder 23 Prozent. Bei der Aerodynamik rechnet er ziemlich gut, mit dem Gewicht ist er massiv zu leicht in der Prognose.
Dafür hat er beim Runterfahren deutlich mehr rekuperiert als angenommen. Da sind wir wieder mit 10% mehr angekommen als auf der Passhöhe. Schon verrückt oder?
Damit kommen wir zum Thema der Rekuperation.
Ja, das ist noch so semi gut gelöst. Da braucht es etwas Gefühl und man muss mit dem Beschleunigungspedal die Rekuperation in dem Bereich halten in welchem die Auflaufbremse noch nicht aktiviert. Und dann sollte man auch sicher sein, dass sie nicht immer etwas schleift und überhitzt, was man nicht so spürt. So haben wir nach halber Passfahrt mal angehalten um zu fühlen was die Temperatur der Trommelbremse des Wohnwagens macht. Die war kalt und wir froh.
Zusammengefasst:
Konstruktionsbedingt ist ein Elektroauto schlicht im Vorteil zum Anhänger ziehen. Der verschleissfreie Antrieb, kein Schaltbedarf, der tiefe Schwerpunkt mit dem relativ hohen Gewicht und das unfassbare Drehmoment ab Stand machen das Gespann dynamisch und einfach zu manövrieren.
Der Verbrauch ist mit durchschnittlich genau 30kWh/100km bedingt durch den Anhänger relativ hoch. Aber auch ein Verbrenner braucht um denselben prozentualen Anteil mehr Treibstoff wie wir Strom.

Die Etappenlängen passen für uns optimal.
Wer allerdings 1000km am Stück mit 120km/h fahren will, dürfte sich dadurch eingeschränkt fühlen.
Für uns ist es echt eine tolle Kombination und eine sehr zukunftsfähige Technologie. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Ladegeschwindigkeiten, Effizienz und Speicherkapazitäten noch besser werden, sind die vermeintlichen Einschränkungen zukünftig immer geringer.
Aktuell fahren wir Tagesetappen von rund 500km wo alles entspannt bleibt. Die Etappen waren aber schon vorher nicht länger.
Wir freuen uns auf die kommenden Urlaube und Reisen mit dem Tesla und dem Eriba.









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